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Heute: Liebe ist für alle da..?

Sie haben es mal wieder geschafft! Rammstein schockte einmal mehr die Nation. Zuerst mit einem Video, dass den Titel „Hardcore“ nicht nur in musikalischer Hinsicht verdient hat und lediglich einen kurzen Auftritt auf einer der einschlägig bekannten Internetseiten mit den vielen X-en hatte. Anschließend veröffentlichten sie mit „Liebe ist für alle da“ ein Album, dass so stumpf, wie provozierend ist und textlich so ziemlich keine Perversion des menschlichen Sexuallebens auslässt. Und zu guter Letzt nun die Nachricht, dass das Album von unser aller Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt wurde und ab Mittwoch, den 11.11. (!), nur noch unter der Ladentheke verkauft werden darf. Ab 18 natürlich!

Wieder einmal haben Rammstein ihren Ruf als kontroverseste Band des Planeten alle Ehre gemacht und uns das Fürchten gelehrt. Nicht nur das Fürchten vor den Abartigkeiten dieser Welt und des menschlichen Lebens, sondern auch die Furcht vor uns selbst. Denn seien wir ehrlich: auf irgendeine Weise haben uns die Texte immer berührt. Nicht aus eigener Erfahrung, Gott bewahre, eher durch die Nachvollziehbarkeit und den latenten Realitätsgehalt der Tillmannschen Ergüsse. Und dass diese „Ergüsse“ auf „Liebe ist für alle da“ nun eine solche Form annehmen, ist nicht weiter verwunderlich. Die Frage ist eher: was kommt jetzt? Mit welchen Inhalten will Rammstein das nächste Album füllen? Ist es nicht auch im Pop Tagesgeschäft der Fall, dass die letzte Leitersprosse nach oben für all die hupfdoligen Sangessternchen das Entblättern der eigenen Sexualität und des eigenen Körpers sowieso ist? Ist das die letzte Tat dieser Band? Was kann noch kommen?

Gute Musik natürlich! Wie siehts denn da an der Ost-, West-, Nord- und Südfront aus, Herr Tillmann? Ich würde behaupten wie im Deutschland aus dem Jahre 1945! Ein Kampf auf verlorenen Posten. Seit zwei Alben drehen sich Rammstein musikalisch im Kreis und nicht einmal das. Sie schaffen es nicht, zurück zu ihren Wurzeln zu finden und ihrer Fanbase mit Wagnerschem Teutonengestampfe einzuheizen. Hört man sich das neue Album an, ist der einzige Lichtblick das eröffnende „Rammlied“. Industrielle Rhythmik trifft auf primitivstes Gitarrengeriffe, der Stoff, aus dem die Legende entstand. Ansonsten ist „Liebe ist für alle da“ trotz seiner Härte nur belangloses Geplätscher. Neben erwähntem „Rammlied“ sind die besten Songs der Bonusdisc der Special Edition vorenthalten. Strategisch gesehen ein klares „Doooh!“

Wie es weiter geht? Keine Ahnung. Darüber sollen sich die Herren Rammstein ihre Gedanken machen. Und zwar gründlich!

Euer Whap-A-Dang.

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2 Kommenatre

  1. rammstein blöd! weather prophets gut!

    und PS – ist das nicht eher was für die “reviews”-sektion?

  2. Weather Prophets sehr gut!!!!
    Und jein: die Diskussion um das neue Album geht weit über dieses hinaus. Sicherlich muss man das Album erstmal darstellen, was eigentlich eine Review ist, aber ich seh “Liebe ist für alle da” hier nur als Baustein für eine Bestandaufnahme des Rammstein´schen Schaffens , deren Motivation und Wirkung im Gesamtkontext. Die Band Rammstein arbeitet seit jeher mit Themen wie Provokation und Kontroverse, was weit über die Musik hinausgeht. das darzulegen und kritisch zu hinterfragen ist Sinn dieses Artikels. Und mal ehrlich: die letzten beiden Alben waren musikalisch sicherlich keine Review wert. Die Songs wurden schlechter und die Provokationen immer peinlicher und konstruierter.
    Aber, liebe Beta, wir sollten das Thema auf jeden Fall bei 16 Bier im Blau mal näher betrachten ;-)
    Freu mich auf weitere Kommentare!

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