Kultur, Bitte!

Heute: I don´t feel like dancing!
Letzten Mittwoch, bei einem DJ Gig im Heidelberger Kunstverein, wurde ich Zeuge des wohl spektakulärsten Tanzmoves der Geschichte der Musik. Um ehrlich zu sein war es eigentlich keine Tanzbewegung, sondern eher das Ausrutschen einer jungen Dame auf dem bierbedeckten Fußboden. Dies gelang ihr aber derart athletisch, dass jeder andere Tänzer dagegen heimgehen konnte.
Die Dame versuchte sich lediglich, mit dem Rücken an eine Wand zu lehnen, kam dabei aber so sehr in Schräglage, das es ihr auf besagten Boden die Füße nach vorne wegrutschten. Zur Folge hatte dies ein Strampeln und den verzweifelten Versuch, das Gleichgewicht zu halten, der erst durch eine 180 Grad Drehung um die eigene Achse bescheidenen Erfolg feierte. Diese Position hatte allerdings den Nachteil, dass ihr Körpergewicht nun statt nach hinten nach vorne gezogen wurde und sie mit rudernden Armen und Beinen aussah, wie eine Figur aus dem Tom&Jerry Cartoons. Es war quasi der Moonwalk vorwärts. Und zu aller Unglück zog es ihr die Füße noch einmal in Richtung Himmel weg, dem sie nur mit einer 1 ½ -fachen Schraube Herr werden konnte, was gelinde gesagt, einer akrobatischen Meisterleistung gleichkam. Was bisher schon wie ein eingesprungener, dreifacher Rittberger mit guten Chancen auf Haltungshöchstnoten aussah, erreichte seinen Höhepunkt in einem wahren Eiskunstlauf durch den halben Raum, begünstigt durch das nasse Terrain und das offensichtlich falsche Schuhwerk. Es vergingen gefühlte fünf Minuten, bis die Eisprinzessin ohne Schlittschuhe wieder aufrecht auf beiden Beinen stand und ich bemerkte, dass das DJen auf dem Boden unter dem Pult, mit schmerzenden Zwerchfell und den Händen am Bauch, ziemlich schlecht funktionierte.
Mein Gott, wäre ich Jurymitglied bei „Deutschland sucht das Supertalent“, ich hätte meine Siegerin! Kein Zirkusbesuch und keine Stuntshow hat mich je so begeistert, wie diese todesmutige Tänzerin. Allerdings muss ich dazu sagen, dass sie eine Weile später ihre Leistung nicht mehr ganz wiederholen konnte und mitten auf dem Floor – bei einen fröhlichen Ringelrein mit einer Gesinnungsgenossin – auf dem Hintern landete. Na ja, erst die Pflicht, dann die Kür, nehme ich an. In diesem Sinne: wir sehen uns auf dem Floor und viel Glück dabei. Ihr könnt es brauchen.
Euer Whap-a-dang
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