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Review: Bleeding Heart Narrative

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Review: Bleeding Heart Narrative – Tongue Tangled Hair

Orchestrale Melancholie trifft auf den so oft zitierten Post-Rock – Beauty Lies In The Ears Of The Beholder.

Das britische Label Tartaruga Records erinnert nicht nur dank so mancher Band an den kanadischen Cousin im Geiste Constellation (GYBE!, Silver Mt Zion etc.), sondern auch durch das liebevolle Verpackungsdesign ihrer Tonträger. Die CD-Hüllen bestehen aus recycletem Karton, mit Siebdrucken versehen, teilweise zusammengenäht und individuell durchnummeriert. Das ist nicht nur die andernorts oft vermisste Liebe zum Detail, hier geht es um die “Notwendigkeit einer materiellen Veröffentlichung” im digitalen Zeitalter, in dem man alles möglichst schnell haben will und auch meist bekommt, dafür aber gesichts- und körperlose Ware erhält – im Gegensatz dazu steht der physische Tonträger mitsamt seinen optischen, haptischen, manchmal auch olfaktorischen, aber vor allem bleibenden Eindrücken.

Bleeding Heart Narrative veröffentlichten neben der “This Octopus Is Going To Eat Your Face”-EP, welche auf der myspace-Seite zum Tausch gegen 4 Pfund oder wahlweise “Naturaltausch” in Form von z.B. Tannenzapfen oder Marmeladengläsern angeboten wurde, bisher ein Album, “All That Was Missing We Never Had In The World”, das mit seinen 200 Exemplaren schnell ausverkauft war. (Digitale Releases gibt es bei Tartaruga selbstverständlich auch.)

Der Nachfolger “Tongue Tangled Hair” trägt eine ähnliche Melancholie mit sich herum wie die vorangegangenen Releases; ob man diese Art der Musik nun traurig oder wunderschön findet ist – wie so oft – Geschmacksache. Insgesamt ist das Album “song-förmiger” aufgebaut als “All That Was Missing We Never Had In The World”, und der Gesang von Oliver Barrett ist deutlich vordergründiger, wie z.B. bei “Henry Box Brown” – der Sound wächst, baut sich auf, angefangen mit repetitiver Percussion, dicht gefolgt von Gesangs-Loops, und man ist mitten drin im BHN-Universum.

Freude zum Experiment zeichnet Oliver Barrett aus, der von ihm geschaffene Sound mutet oft orchestral an dank Cellos und Pianos, ausserdem bekommt man Orgeln, Elektronische Elemente und Gitarren zu Gehör. Gerne mal ein bischen Lärm dazu, und das ganze dann in vielen, vielen Schichten gekonnt arrangiert. Schwer zu glauben dass es sich hier eigentlich um ein 1-Mann-Projekt handelt.

Fazit: Tartaruga und Bleeding Heart Narrative: Lieben! Unterstützen! Kaufen!

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