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Review: Audiolith’s School’s Out!

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Review: Audiolith’s School’s Out! in der Halle02, Heidelberg (28.07.10)

Tut uns sehr leid, dass wir gleich mit dem ersten Satz unsere Eindrücke des Audiolith’s School’s Out! Freak Out! Festivals wiedergeben müssen, aber leider sind wir am Mittwoch, den 28.07.2010 doch etwas enttäuscht aus der Halle02 in Heidelberg zurückgekehrt.

Und das, obwohl eigentlich alles „richtig“ war: da schickt das Hamburger Audiolith Label drei seiner bekanntesten Acts an den Start (Egotronic, Frittenbude, Ira Atari & Rampue), als Termin wählt man den letzten Schultag (daher auch das Motto), also volles Haus ist garantiert und trotzdem: irgendwie hinterliess das Konzert einen seltsamen Nachgeschmack. Aber woran lag das..?

Sicherlich nicht an dem Gewitter, das über Heidelberg wütete, oder an Ira Atari & Rampue, die das Festival eröffnen: angenehmer, zum Tanzen anregender Elektropop wird uns präsentiert. Unserer Meinung nach der Lichtblick des Abends. Sehr sympathisch: Sängerin Ira Atari gibt auch in einer ihrer Ansagen das Motto des Abends vor: „Wenn man Ferien hat, dann ist man doch glücklich, dann muss man doch feiern…“.

Erste Überraschung: direkt im Anschluss stehen die eigentlichen Helden von Egotronic auf der Bühne. Gab’s da nicht einmal eine Stallorder des Labels? Interessant. Zweite Überraschung: der Sound. Selten einen dermassen schlechten Sound erlebt. Zwar passend zum Refrain des grössten Hits von Egotronic – „… wir haben Euch was mitgebracht, Bass, Bass, Bass…“, aber so dann bitte doch nicht. Trotzdem: die Menge tobt, skandiert die Songs der Band lauthals. Ellbogen werden ausgefahren – was vorallem unsere Fotografin bemerken musste.

Dritte Überraschung: Egotronic waren eigentlich mal die Vorreiter des Genre „deutscher Elektro-Punk“, mit gesellschaftskritischen, linken, antifaschistischen Aussagen. Mittlerweile verorten wir sie eher auf eine Stufe mit Bands, wie den Atzen: Jungs, wenn’s so weiter geht, sehen wir euch bald auf Malle. Schade, sehr schade…

Frittenbude konnte uns dann wieder etwas versöhnlicher stimmen: unserer Meinung nach das Rennpferd im Audiolith Stall. Satte Rave-Rhythmen; Der Platz vor der Bühne ist eine einzige Tanzfläche; Teenager in Extase. Der Sound ist auch etwas besser geworden.

Wir treten trotzdem den geordneten Rückzug an – für Rave-Pit, Stage-Diven & Co sind wir dann doch etwas zu alt und gebrechlich. Das Leben als Musikberichterstatter ist sowieso ein Leben am Limit: auch wenn man an der Bar steht. Leider ist von dort aus die Sicht auf die Bühne, bedingt durch einen Vorhang unmöglich: Liebe Halle02 – macht den doch mal weg! So können wir uns den Tumult vor der Bühne nur vorstellen, als es schallt: „Pandabär, Pandabär komm doch her…“

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2 Kommenatre

  1. Wieso werden Egotronic auf einer Stufe mit den Atzen verordnet? Liegt’s an der Musik oder dem Publikum? Kenne weder das aktuelle Album, noch war ich auf dem Konzert btw.

  2. Hm. Schwierig. Also, zuerst muss man feststellen, dass der Artikel natürlich eine persönliche Sichtweise auf den Abend ist. Die Halle hat gekocht, die Stimmung war ausgezeichnet. Punkt.

    Ich möchte auch sagen, dass Acts wie Egotronic, Frittenbude, Deichkind, etc. natürlich sehr gute Musiker & Performer sind. Und die Atzen hab’ ich noch nie live gesehen, schätze aber mal, dass die’s genauso gut können.

    Was mir missfallen hat an diesem Abend: gerade Egotronic hatten eigentlich doch auch mal textliche Inhalte vermittelt, dass kam gar nicht ‘rüber. War natürlich auch dem Sound geschuldet (Textverständlichkeit gleich Null), aber es lief nur auf ein einziges unreflektiertes “Mitgegröle” von Seiten des Publikums hinaus. Zudem, absolut rücksichtsloses Verhalten der Konzertbesucher: nur vor an den Bühnenrand, Ausflippen, Gedränge, Geschubse. Sich selbst feiern, mit dem Sound der Band, als Erfüllungsgehilfe. Im Mosh-Pit auf einem Metal-Konzert hätte man sich wahrscheinlich wohler gefühlt.

    Deswegen: ich vermute, dass mein schlechtes Gefühl bei diesem Konzert wirklich dem Publikum geschuldet war. Interessant auch, dass das Durchschnittsalter bei den ersten Konzerten von Egotronic, die ich besucht habe (z.B. im Zum Teufel in Heidelberg) wesentlich älter war – was natürlich auch dem Motto “Schools Out!” zuwider wäre…

    Also. Du kannst sehen, dass es mir jetzt auch schwer fällt, zu begründen. Der Artikel wurde ein/zwei Tage nach dem Konzert geschrieben – hätte ich ihn am gleichen Abend geschrieben, wäre er wahrscheinlich noch vernichtender ausgefallen.

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