Review: Phillip Boa & Voodoclub
Fast 25 Jahre ist es her, das Phillip Boa, der deutsche Pop–Exzentriker schlechthin, den Voodooclub gründete und mit seiner Mischung aus Punk, Avantgarde-Pop, Indie und Wave seine Fans in den Bann zieht…
So auch am 03.03 09 im Karlstorbahnhof in Heidelberg, wo er zusammen mit dem Voodooclub sein neues Album Diamonds Fall vorstellte. Übrigens auch der Abschluss einer Ära – denn Sängerin Pia Lund ist zum letzten Mal mit auf Tour. Das Ende einer faszinierenden musikalischen Zusammenarbeit zeichnet sich ab…
Der Karlstorbahnhof ist an diesem Abend gut gefüllt. Aber: Man hat den Eindruck das Phillip Boa nicht mehr die Jugend begeistern kann! Der Altersdurchschnitt scheint weit über dreissig zu liegen. Kinders! Da habt ihr was verpasst! Denn durch den sehr guten, kraftvollen Live Sound des souverän spielenden Voodooclub wirken auch die älteren Songs erstaunlich zeitgemäss und können mit jedem Teeny-England-Hit der letzten Zeit mithalten…
Der Support an diesem Abend war die Band Indir. Angenehm vorgetragener, durch Hamburger Schule inspirierter Indie-Rock, der beim Publikum gut ankam. Über ihr Album All die schönen Zeiten werden wir noch ausführlich berichten!
Nach einer kurzen Umbaupase war es dann soweit:
Noch bevor Boa die komplett in Nebel und rotes Scheinwerferlicht getauchte Bühne enterte, ertönten auch schon die ersten den meisten Anwesenden wohl sicher bekannten Klänge von Fine Art In Silver – ein Avantgarde Indiepop Urgestein aus dem Jahr 1989. Jubel und lockere Tanzstimmung machte sich breit. Doch so ruhig sollte es nicht weitergehen – bei dem 88er Kulthit Annie Flies The Lovebomber war die Behäbigkeit des Publikums dann völlig verflogen, und es bildeten sich lustige Pogozirkel – dem Alter angemessen, mit Pausen – im Licht des stetigen Strobogewitters…
Ein sichtlich gereifter, gut gelaunter Phillip Boa führt uns durch den Abend – lobt sogar das Publikum. Schon das Tourplakat verspricht Songs Of The New Album Diamond Falls Plus Best Of Set und daran hält sich auch die Band – neben Phillip Boa und Pia Lund spielen noch: Toett (Keys), Moses (Drums), David Rebel (Gitarre) & Maik T (Bass). Vom neuen Album überzeugen mich vorallem das fast schon rührende Jane Wyman und der Kracher 60’s 70’s 80’s 90’s 10 – entstanden aus einer Live-Improvisation inklusive Beat, Puls und Herzschlag des Publikums…
Von den vielen Klassikern brauchen wir hier eigentlich gar nicht sprechen! Aber sie waren (fast) alle dabei – siehe Setlist!
Ach, ist das schwer: Als Fan über eine Band zu schreiben! Und ich bin ein Fan – Nach diesem Konzert noch mehr wie sonst! Fazit: Klasse war’s…
Setlist
01. Fine Art In Silver
02. The World Has Been Unfaithful
03. The Race Is Over
04. Annie Flies The Lovebomber
05. Coppergirl
06. Love On Sale
07. DJ Baron Cabdriver
08. Diamonds Fall
09. Atlantic Claire
10. Jane Wyman
11. This Is Michael
12. The Ballad Of Pia And Toett
13. I Dedicate My Soul To You
14. 60’s 70’s 80’s 90’s 10
15. Burn All The Flags
16. Valerian
17. Container Love
18. Black Light
19. Lord Have Mercy With The 1 Eyed
20. Diana
21. Albert Is A Headbanger
22. Speed
23. And Then She Kissed Her
24. Kill Your Ideals
Und zum Abschluss gibt’s hier noch die sehr stimmungsvollen Bilder zum Konzert:
Der Support: Indir
Phillip Boa & The Voodooclub – Live im Karlstorbahnhof
Fotos © by Hannes
Auf dieser Phillip Boa Fanpage gibt’s noch mehr zu sehen…
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