Review: The Kills

Review: The Kills – Live in der Alten Feuerwach, Mannheim (14.11.08)
Eins von zwei Deutschlandkonzerten der Kills, und dies findet nicht nicht in Berlin, Hamburg oder Stuttgart statt, sondern in Mannheim! Geht doch! So sollte das öfters sein. Von weit her kamen die Fans, eine Riesenschlange wartete vor dem Eingang vor der mit ca. 1000 Besuchern ausverkauften Feuerwache.
Den Auftakt lieferte die 5-köpfige Heidelberger Psychedelic/Indie-Formation “gOOD mORNING, fRIDGE bUZZ”, die zuletzt gerade ihre EP “Drapery” veröffentlichten und die es verstanden, mit ihrem melancholisch anmutenden Indie Rock, der sphärische Klänge mit dynamischer Rockmusik vereinte und zeitweise an Mogwai, Radiohead, aber auch an die frühen Slut erinnerte, die Leute auf den Hauptact vorzubereiten. Eine wirklich hörenswerte (noch nicht ganz perfekte) Band aus der Region, die man sich unbedingt merken sollte!
Während der Umbaupause wurde es dann richtig voll in der Feuerwache und die Leute drängten dicht an dicht an den Bühnenrand.
Pünklich um 22.30 Uhr war es dann soweit: Alison Mosshart, alias VV und Jamie Hince, alias Hotel betraten die Bühne der Alten Feuerwache in Mannheim. Jubel im Publikum, die Stimmung war gespannt und angeheizt. VV überzeugte mal wieder durch ihre ausserordentliche Präsenz und Ausstrahlung. Mit Kippe in der Hand, wirr im Kreis laufend, fast dämonisch lächelnd, suchte sie mal den Kontakt zum Publikum, um sich sogleich wieder zurückzuziehen, während “URA Fever” vom zuletzt veröffentlichten Album “Midnight Boom” als erster Song durch die Boxen dröhnte.
Die Stimmung im (sehr gemischten) Publikum stieg rapide an und erreichte einen ersten Höhepunkt bei einem der älteren Songs: “No Wow” (vom gleichnamigen 2005er Album) knallte so richtig rein. Vielleicht nur Einbildung: Kamen die älteren Songs doch ein kleines bisschen besser beim Publikum an..? Und das obwohl das Set sehr von den neueren Songs dominiert wurde..?
Irgendwann mussten wir etwas unfreiwillig den Rückzug in Richtung Bar antreten: Sehr, sehr laut war es und die brachialen Höhen der Gitarre (Sound a la Monster Magnet) und die teilweise übersteuerten Bässe der Drummachine gaben unseren (zugegeben: älteren) Ohren den Rest.
So konnten wir den Jubel der Massen während der Single “Cheap & Cheerful” aus sicherer Entfernung begutachten. Nach ziemlich genau 45 Minuten plus drei Zugaben Verlängerung (darunter das geniale Cover von Captain Beefheart’s “Dropout Boogie”, das sich zum Ende in ein Lärmgewitter steigerte) entliessen uns dann die Kills wieder: hinaus in die nasskalte Mannheimer Nacht…
Fazit: The Kills lieferten einmal mehr eine glanzvolle Vorstellung ab – wenn man von der teils unmenschlichen Lautstärke absieht, die man hätte etwas reduzieren können. Und eigentlich war’s ganz Kills mäßig auch gar kein typisches Konzert, sondern sie zelebrierten eher eine ihrer typischen Heroin-Chic Performances, und verstanden es, diese genial zu vertonen.
Hier die Fotos vom Konzert:
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